28 Projekte – 28 Persönlichkeiten

28 Projekte – 28 Persönlichkeiten

Am Dienstag vor Ostern stellten die Schülerinnen und Schüler beider neunten Klassen der Volksschule Zweisimmen ihre Projektarbeiten öffentlich aus. Das Interesse war gross. Von der selbst kreierten Salami über einen geschweissten Grill, vorbei an einem reaktivierten Kleinwagen und einem geschichtsträchtigen Hängestuhl, bis hin zu Bücherregalen und einer Modelleisenbahn – die Produktpalette schien grenzenlos.

Und diese Vielfalt verblüffte das Publikum. Begleitet von den Ausführungen der Schöpfer dieser Projektideen erhielten die Besuchenden einen Einblick in den Entstehungsprozess der Arbeiten. Materialwahl, unvorhergesehene Schwierigkeiten und den Ursprung der Idee überhaupt erklärten die Mädchen und Jungs der beiden neunten Klassen in Gesprächen während der Ausstellung.

Die Projektarbeiten sind jeweils ein Meilenstein kurz bevor die Schülerinnen und Schüler ihre reguläre Schulzeit an der Volksschule beenden. Bereits zu Beginn der neunten Klasse erhalten die Jugendlichen den Auftrag, ihr Projekt zu definieren. Mit dem Verfassen eines Theorieteils werden sie an das strukturierte Erarbeiten eines Produkts herangeführt. «Der schriftliche Teil war das mühsamste», hiess es mitunter bei den Schülerinnen und Schülern. «Zu Beginn denkt man, dass sechs Monate eine Menge Zeit sind für das Projekt. Aber nach hinten raus war es dann doch noch beinahe knapp geworden.» Während die einen entspannt der Projektausstellung entgegensahen, wurde bei anderen das Projekt unter Hochdruck und im letzten Moment fertiggestellt.

Doch von all dem Stress war am Dienstagabend im und um den Gemeindesaal herum nichts mehr zu spüren. Nicht ohne Stolz präsentierten die Jugendlichen ihre Werke und Produkte. Und keines war wie das andere. Die Tücher, die eine Schülerin für ihren Hängestuhl verarbeitet hatte, stammten noch vom Webstuhl des Grossvaters. Für einige Besucher war das Murmeltierragout einer zukünftigen Köchin wohl das erste in ihrem Leben, und überraschte überaus positiv. In der Kulinarik hielten sich auch zwei jungen Herren auf. Während der eine sein eigenes Kochbuch begleitet von frischen Crêpes vorstellte, kredenzte der andere einige Kostproben von seiner selbst gemachten Salamiauswahl. Der angehende Metzgerlehrling hatte Wildschweinfleisch in vier wohlschmeckende Salamisorten verwandelt. Einen Ausflug in die Musik unternahm ein Schüler, der einen Balgrahmen für ein Schwyzerörgeli gefertigt hatte. Von ihm gab es eine klangliche Kostprobe dieses Instruments.

Und so könnte hier noch sehr lange beschrieben werden, was sich dem Betrachter der Ausstellung alles bot. Geschreinerte Bücherregale, neben Hühnerhaus und Acrylkunst, Silberschmiedekunst aus Besteck neben einem Hundecoiffeurtisch und einem Trainingsanzug aus Altkleidern. Eine Sitzbank und ein Schrank, beides aus Holz, gehörten ebenso zum Ausstellungsrepertoire. Dazu eine Werbekampagne für eine Kleidermarke, eine selbst kreierte Webseite, ein Zaun, der beim Musikhaus noch länger zu sehen sein wird und ein Buch über den Schwingsport. Nicht zu vergessen der imposante Katzenbaum, die Modelleisenbahn und das schindelgedeckte Hofladenhäuschen. Nicht zuletzt gab es selbst gegossene Kerzen, ein eigens entwickeltes Theaterstück und diverse Grillmodelle sowie eine Werkzeugkiste für einen Zimmermann zu bestaunen. Ein Schüler, der bereits in den Reihen des SCB spielt, dokumentierte an sich selbst den Technikerwerb einer neuen Schussform im Eishockey. Bereits beim Eingang wurde der Besuchende auf einen Kleinwagen aufmerksam, den ein Schüler im Rahmen seiner Projektarbeit wieder in Gang gesetzt und fahrtüchtig gemacht hatte.

Besser lassen sich Kreativität und Interessenvielfalt der Jugendlichen nicht abbilden. Es waren die verschiedenen Persönlichkeiten, die sich in den Produkten spiegelten. Bei den einen war es hobbyorientiert, bei anderen liess sich die Berufswahl ablesen. Aber durchgehend spannend und einfach toll präsentiert.

Text: Jenny Sterchi